Rehasport

Rehabilitationssport, häufig kurz als Reha-Sport bezeichnet, ist eine ärztlich verordnete und in der Regel in Gruppen durchgeführte Bewegungsmaßnahme für Menschen mit Behinderungen oder für Menschen, die von einer Behinderung bedroht sind. Er gehört zu den ergänzenden Leistungen zur Rehabilitation.

Die gesetzliche Grundlage findet sich insbesondere in § 64 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX. Dort wird der ärztlich verordnete Rehabilitationssport in Gruppen unter ärztlicher Betreuung und Überwachung ausdrücklich als ergänzende Leistung aufgeführt.

Rehabilitationssport darf dabei nicht mit einer klassischen medizinischen Rehabilitation verwechselt werden. Während beispielsweise eine stationäre oder ambulante medizinische Rehabilitation ein umfangreiches Behandlungskonzept mit verschiedenen medizinischen und therapeutischen Maßnahmen darstellen kann, setzt der Rehabilitationssport gezielt auf Bewegung, Sport und gemeinschaftliches Training.

Im Mittelpunkt steht nicht die Behandlung einer einzelnen Erkrankung im engeren Sinne. Vielmehr soll der betroffene Mensch durch regelmäßige körperliche Aktivität seine funktionale Gesundheit verbessern und lernen, Bewegung langfristig und eigenverantwortlich in sein Leben zu integrieren.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) beschreibt als wesentliche Ziele unter anderem die Verbesserung der funktionalen Gesundheit, der Krankheitsbewältigung, der Lebensqualität sowie der gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe.

Für wen ist Rehabilitationssport gedacht?

Rehabilitationssport richtet sich insbesondere an Menschen, deren körperliche Funktionen aufgrund einer Erkrankung, Verletzung oder Behinderung eingeschränkt sind beziehungsweise bei denen eine entsprechende Beeinträchtigung droht.

Je nach individuellem Krankheitsbild kann Rehabilitationssport beispielsweise bei Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates sowie bei neurologischen, internistischen oder anderen chronischen Erkrankungen infrage kommen.

Welches Konzept steckt hinter dem Rehabilitationssport?

Das zentrale Konzept des Rehabilitationssports lässt sich mit einem Begriff zusammenfassen:

Hilfe zur Selbsthilfe

Genau darin liegt einer der wichtigsten Unterschiede zu vielen klassischen medizinischen Behandlungsmaßnahmen.

Der Teilnehmer soll nicht dauerhaft von Therapeuten, Ärzten oder einer bestimmten Einrichtung abhängig sein. Vielmehr soll er lernen, selbst aktiv Einfluss auf seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu nehmen.

Die Krankenkassen fördern Rehabilitationssport und Funktionstraining ausdrücklich mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Betroffenen sollen dazu motiviert und befähigt werden, langfristig selbstständig und eigenverantwortlich ein angemessenes Bewegungstraining durchzuführen.

Das Konzept kann daher vereinfacht als Entwicklung beschrieben werden:

Erkrankung oder funktionelle Einschränkung → angeleitete Bewegung → Verbesserung körperlicher Fähigkeiten → positive Bewegungserfahrungen → zunehmende Eigenverantwortung → langfristige selbstständige körperliche Aktivität

Der Rehabilitationssport ist somit idealerweise keine dauerhafte Versorgung, sondern ein Impulsgeber für einen langfristig aktiveren Lebensstil.

Die wichtigsten Ziele des Rehabilitationssports

Rehabilitationssport verfolgt mehrere miteinander verbundene Ziele.

Zu den zentralen körperlichen Zielsetzungen gehören:

- Ausdauer verbessern
- Kraft und Kraftausdauer verbessern
- Koordination verbessern
- Flexibilität und Beweglichkeit fördern

Rehabilitationssport ist wesentlich mehr als „Sport auf Rezept“.

Er ist eine strukturierte, gesetzlich verankerte und qualitätsgesicherte ergänzende Rehabilitationsleistung, die Bewegung und Sport nutzt, um Menschen mit bestehenden oder drohenden Behinderungen zu mehr körperlicher Leistungsfähigkeit, Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe zu verhelfen. Dazu werden insbesondere Ausdauer, Kraft, Koordination und Flexibilität gefördert. Gleichzeitig können Selbstvertrauen, soziale Teilhabe und der Umgang mit einer Erkrankung positiv beeinflusst werden.

Symbolbild / KI-generierte Darstellung